Ein Haus nach dem Lego-Prinzip? Mit seinem Steck-Baukastensystem ermöglicht das thüringische Start-up PolyCare Opfern von Naturkatastrophen schnell und unkompliziert ein Dach über dem Kopf – und ist zudem ganz schön nachhaltig.
Ausgezeichnet!
Das Konzept überzeugt

Deutlich wird das nicht zuletzt durch zahlreiche Preise, welche die PolyCare Research Technology GmbH & Co. KG in den vergangenen Jahren erhalten hat. 2021 wurde das Unternehmen Gewinner des UNIDO ITPO Global Call 2021 in der Kategorie "Circular Production and Industrial Processes", im gleichen Jahr gab es den „Deutschen Unternehmenspreis für Entwicklung“.

Stein auf Stein – fertig ist das Haus: Es gab eine Zeit, da schien diese einfache Art des Bauens nur mit bunten Legoklötzen auf dem Kinderzimmerboden denkbar. Heute wachsen auf diese Weise in kurzer Zeit meterhohe Gebäude in die Höhe. Möglich macht’s PolyCare. Das Start-up mit Sitz im thüringischen Gehlberg hat sich auf die industrielle Forschung und Entwicklung von Polymerbeton spezialisiert. Aus dem Mix aus mineralischen rieselfähigen Stoffen und dem Bindemittel Polyester-Kunstharz produziert das Unternehmen stabile Steinquader mit Noppen, die nach einem simplen Steck-Baukastensystem aufgebaut – und bei Bedarf wieder abgebaut – werden können. Die sogenannten „PolyBlocks“ kommen dort zum Einsatz, wo sie am dringendsten gebraucht werden: bei Menschen in Not.

Hilfe für Menschen in Krisengebieten

Mit seinen Produkten unterstützt PolyCare Opfer von Naturkatastrophen dabei, schnell und unkompliziert wieder ein Dach über dem Kopf zu haben. Gekommen war dem Unternehmer Dr. Gerhard Dust die Idee im Jahre 2010, als ein schweres Erdbeben die Karibikinsel Haiti erschütterte. Das Leid der Betroffenen berührte ihn, gemeinsam mit dem Erfinder Gunther Plötner gründete er PolyCare. Auch heute ist besonders für Menschen in Krisengebieten ein eigenes Heim noch immer keine Selbstverständlichkeit, fehlende Arbeitskräfte und teures Material lassen zahlreiche Wohnungsbauprojekte scheitern. PolyCare will das ändern.

Ausgezeichnet!
Das Konzept überzeugt

Deutlich wird das nicht zuletzt durch zahlreiche Preise, welche die PolyCare Research Technology GmbH & Co. KG in den vergangenen Jahren erhalten hat. 2021 wurde das Unternehmen Gewinner des UNIDO ITPO Global Call 2021 in der Kategorie "Circular Production and Industrial Processes", im gleichen Jahr gab es den „Deutschen Unternehmenspreis für Entwicklung“.

Lokale Produktion, kurze Transportwege

Zur Produktion seiner Polymerbeton-Steinquader nutzt das Unternehmen hauptsächlich kostengünstiges und vor Ort verfügbares Material wie Wüstensand. „House in a Box“ nennt PolyCare seine Bausteinsätze, mit denen die Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern direkt vor Ort und innerhalb weniger Tage ein komplettes Haus zusammenstellen können. Eine spezielle Ausbildung, Fachkräfte oder zusätzliches Material wie Mörtel und große Maschinen sind nicht nötig. Die Produktion erfolgt lokal, die Transportwege sind kurz. ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ lautet dabei das Motto, Dust und sein Team glauben an Empowerment: Betroffene sollen in der Lage sein, ihr eigenes Zuhause selbstständig zu schaffen.

Kreislaufwirtschaft at its best

Doch PolyCare macht das Bauen nicht nur unkomplizierter, sondern auch ressourcenschonender: Mit rund 60 Prozent weniger CO2-Ausstoß ist die Bauweise mit Polymerbeton-Steinen deutlich nachhaltiger als bei herkömmlichem Beton. Das Material ist zudem leichter, druckfester und außerdem vollständig recyclebar – ökologische Kreislaufwirtschaft at its best! Das innovative Konzept überzeugt und hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten. PolyCare bleibt auf dem Boden – und hat zugleich noch Vieles vor. Dabei setzt das Team auf eine kontinuierliche Forschung und Entwicklung sowie auf langfristige Partnerschaften, weltweit und in den Regionen vor Ort. 2019 wurde die erste Fabrik in Namibia eröffnet, 35 Mitarbeitende sind dort inzwischen tätig. Weitere Kooperationen und Projekte gibt es unter anderem in Südafrika, Mosambik und Sambia. Bis 2025, so der Plan, sollen rund 30 Produktionsanlagen in etwa 15 Ländern eröffnet werden. Bis dahin heißt es weiter: Stein auf Stein – damit für viele weitere Menschen das eigene Heim nicht mehr nur ein bloßer Traum bleibt.

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