Aus Treibhausgasen erneuerbare Energie produzieren? Hört sich abgefahren an – ist es auch. Möglich macht das INERATEC, das chemische Speicher für erneuerbaren Strom im Containerformat entwickelt hat.
INERATEC
Chemie der Zukunft
INERATEC entstand aus einer Entwicklung des Karlsruher Instituts für Technologie heraus: Dr.-Ing. Tim Böltken, Philipp Engelkamp und Dr.-Ing. Paolo Piermartini lernten sich dort kennen und forschten zusammen an der innovativen chemischen Reaktortechnologie. Gemeinsam brachten sie die Idee dann auf den Markt. Mittlerweile sind die drei Geschäftsführer Teil eines 24-köpfigen Unternehmens mit Kunden in ganz Europa, großen Plänen für den Umweltschutz in der Industrie der Zukunft und Träger des Deutschen Gründerpreises 2018.

Raus aus dem Chemiepark, rein in den Container: Im spanischen Sabadell geschehen jeden Tag kleine Wunder, die das Chemiker- und Umweltschützerherz höherschlagen lassen. Die revolutionär kompakten Anlagen von INERATEC passen in Standard-Container und produzieren dort synthetisches Erdgas in höchster Qualität. Statt fossile Ressourcen zu verbrauchen, nutzt INERATEC dazu die CO2-Emissionen eines Klärwerks und Strom aus erneuerbaren Quellen wie Solar- oder Windkraft. Anstelle von synthetischem Erdgas lassen sich auch flüssige Energieträger wie Benzin, Kerosin oder Diesel herstellen. Diese Verfahren werden Power-to-Gas, Power-to-Liquid oder Power-to-X genannt. INERATEC hat diese ins 21. Jahrhundert katapultiert: Mit minimalem Ressourcenaufwand werden auf kleinstem Raum maximale Ergebnisse erzielt. Das schont die Umwelt, fördert die Kreislaufwirtschaft und hilft beim Schritt hin zur klimaneutralen Null-Emissions-Produktion.

Die Speicherung erneuerbarer Elektrizität und die Herstellung CO2-neutraler synthetischer Kraftstoffe sowie chemischer Wertprodukte sind Spannungsfelder, mit denen sich Industrie- und speziell Chemieunternehmen neuerdings intensiv auseinandersetzen müssen. Die technisch hochkomplexen Verfahren waren bisher im dezentralen Maßstab schwierig zu realisieren.

 

INERATEC
Chemie der Zukunft
INERATEC entstand aus einer Entwicklung des Karlsruher Instituts für Technologie heraus: Dr.-Ing. Tim Böltken, Philipp Engelkamp und Dr.-Ing. Paolo Piermartini lernten sich dort kennen und forschten zusammen an der innovativen chemischen Reaktortechnologie. Gemeinsam brachten sie die Idee dann auf den Markt. Mittlerweile sind die drei Geschäftsführer Teil eines 24-köpfigen Unternehmens mit Kunden in ganz Europa, großen Plänen für den Umweltschutz in der Industrie der Zukunft und Träger des Deutschen Gründerpreises 2018.
„Bei INERATEC kommt Know-how aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen zusammen – so ebnen wir der emissionsfreien Industrie den Weg.“
Dr.-Ing. Tim Böltken, Mitgründer und CEO

Den Beweis, dass es auch ganz kompakt, extrem variabel und modular funktioniert, liefert INERATEC. Über ganz Europa verstreut stehen mittlerweile die chemischen Anlagen des jungen Unternehmens. Die Gründer Dr.-Ing. Tim Böltken, Dr.-Ing. Paolo Piermartini und Philipp Engelkamp starteten das Projekt mit marktreifen Lösungen 2016, nachdem sie sich im Zuge ihrer Promotion am Institut für Mikroverfahrenstechnik (IMVT) des KIT (Karlsruher Institut für Technologie) kennengelernt hatten. „Unsere Motivation ist es, gegen den Strom zu schwimmen und die Konzepte der großen Konzerne mit unseren innovativen Lösungen zu ergänzen.“ Nicht nur erfolgreiche Kundenprojekte befeuern INERATEC: „Unsere Ziele, CO2-Kreisläufe zu schließen und so Treibhausgasemissionen einzudämmen, sind Motivation für unser gesamtes Team“, erklärt Tim Böltken.

Für die drei Gründer läuft es gerade sehr gut: Die Zahl der Teammitglieder ist im vergangenen Jahr auf 24 Mitarbeiter gestiegen. Neben Verfahrenstechnikern, Maschinenbauingenieuren und Fertigungspersonal rekrutiert INERATEC viele Hochschulabsolventen vom KIT. So ist die Nähe sowohl zu Industrie und Wirtschaft als auch zu Forschung und Wissenschaft ständig gewahrt. Die Mischung aus technischem Know-how und innovativem Geschäftssinn zahlt sich aus: Bereits neun Anlagen verkaufte das Start-up, unter anderem nach Finnland, Spanien und in die Schweiz. 2020 soll in Karlsruhe schließlich die Serienproduktion der Anlagen starten. Bis 2021 sollen so die ersten 50 Anlagen produziert und ausgeliefert werden – ganz nach dem Motto „chemische Anlagen am Fließband“.

Hat Ihnen der Artikel gefallen?