Nachts im Drogeriemarkt. Ein Roboter fährt durch die leeren Gänge, macht Fotos, zählt Badekugeln und scannt den aktuellen Bestand der Windelpackungen. Das Beispiel zeigt, wie Maschinen schon heute den Einzelhandel unterstützen. Damit die kleinen Helfer auch langfristig Erfolg haben, braucht es Akzeptanz. Wie kann das funktionieren?
GRENKE
Let’s talk about Robotics

Innovation ist für viele Branchen ein zentrales Thema, so auch für den Einzelhandel. GRENKE weiß: Roboter sind eine der vielen Technologien, die in der Branche immer stärker an Bedeutung gewinnen. Doch die Entscheidung ist für Unternehmen nicht immer einfach und die Investition hat ihre Kosten. Eine Option: Robotics Leasing bei GRENKE. Wir beraten Sie gerne!

Schließen Sie doch einmal kurz die Augen und denken Sie an einen Roboter. Wo befindet sich dieser gerade? Vermutlich nicht in einem Drogeriemarkt inmitten von Shampoo, Bodylotion und Toilettenpapier. Falsch gedacht – zumindest, wenn es um die Drogeriemarktkette dm geht. Seit vergangenem Jahr sind dort sogenannte Scanroboter im Einsatz. Nach Ladenschluss fahren mittlerweile mehr als 50 der kleinen weißen Helfer in verschiedenen Filialen deutschlandweit durch die leeren Gänge, scannen Regale und erstellen mithilfe von Fotos ein digitales 3D-Abbild des Geschäftes mitsamt aller vorhandenen Waren (Quelle: Ubica Robotics GmbH). Ist die Roboter-Nachtschicht beendet, werden die erfassten Daten mithilfe von Künstlicher Intelligenz ausgewertet und zum Beispiel für Nachbestellungen weiterverwendet.

Antwort auf Arbeitskräftemangel

Ubica Robotics heißt das Unternehmen hinter den fleißigen Maschinen. 2022 wurde das Start-up – das sich auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb autonomer Scanroboter für den stationären Einzelhandel spezialisiert hat – mit dem Wissenschaftspreis der EHI-Stiftung ausgezeichnet. Das erklärte Ziel: Produktivität und Effizienz bei den Unternehmen steigern, in denen sie eingesetzt sind – und Kosten einzusparen. Um das zu erreichen, sollen die Roboter laut dem Start-up nicht nur ungewollte Regallücken und falsch einsortierte Waren frühzeitig erkennen, sondern auch die Filiallogistik sowie den Regalaufbau und die Laufwege im Geschäft optimieren. Und natürlich: das Einkaufserlebnis noch angenehmer gestalten. Es ist ein Statement für den Einzelhandel vor Ort und gegen den zunehmenden Einfluss großer Online-Händler. Der Weg ist klar: Laut Boston Consulting Group wird der weltweite Robotikmarkt bis 2030 schätzungsweise 160 bis 260 Mrd. USD erreichen – mehr als die Hälfte voraussichtlich im Einzelhandel. Ob im Lager, beim Kundenempfang oder bei der Analyse des Kaufverhaltens.

Zugleich ist die Entwicklung eine Antwort auf den Arbeitskräftemangel. Doch Jonas Reiling, Geschäftsführer von Ubica Robotics, ist wichtig: „Unsere Roboter ersetzen keine Angestellten, sondern bieten ihnen Unterstützung und Entlastung in der täglichen Arbeit.“ Heißt: weniger benötigte Zeit für automatisierte Abläufe, mehr Zeit für persönliche Beratung und Kundenkontakt. „Damit gewinnt auch die Tätigkeit im Einzelhandel deutlich an Attraktivität.“ Umfassende Akzeptanz für die neuen ‚Roboter-Kollegen‘ sei aber nur mit Aufklärung möglich. „In unseren Gesprächen mit den Mitarbeitenden ist es uns daher wichtig, direkt mögliche Ängste und Sorgen vor dem Neuen auszuräumen“, sagt Reiling. 

 

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Innovation ist für viele Branchen ein zentrales Thema, so auch für den Einzelhandel. GRENKE weiß: Roboter sind eine der vielen Technologien, die in der Branche immer stärker an Bedeutung gewinnen. Doch die Entscheidung ist für Unternehmen nicht immer einfach und die Investition hat ihre Kosten. Eine Option: Robotics Leasing bei GRENKE. Wir beraten Sie gerne!

„Unsere Roboter ersetzen keine Angestellten, sondern bieten ihnen Unterstützung und Entlastung in der täglichen Arbeit.“
Jonas Reiling, Geschäftsführer von Ubica Robotics
Scanroboter bei der Nachtschicht (Bildquelle:Ubica Robotics GmbH)
Einsatz von Robotern im Geschäft

Im vergangenen Mai verkündete der Versandhändler Otto, in seinen Logistikzentren künftig autonom arbeitende Roboter zur Auswahl, Zusammenstellung und Verpackung einzelner Waren einzusetzen. Durch KI sollen diese lernfähig sein. Auch Service-Roboter wurden in den vergangenen Jahren im Einzelhandel vielfach getestet, unter anderem in Filialen von Edeka, Saturn oder Toom.

 

Doch nicht nur im Einzelhandel haben Roboter bereits Einzug erhalten. Wie die digitalen Helfer auch in der Gastronomie unterstützen können, zeigt unser Artikel über BellaBot

Interaktion zwischen Mensch und Maschine

Während die Scan-Roboter von Ubica Robotics weitgehend hinter den Kulissen aktiv sind, stehen andere – sogenannte Service- und Assistenzroboter – auch gerne mal im Rampenlicht und im direkten Kundenkontakt. Im Café, in der Einkaufsstraße oder eben im Einzelhandel. So zumindest die Vision für die (nahe) Zukunft. 

Doch: Wie sieht eine gelungene Mensch-Roboter-Interaktion aus? Und welche Rolle spielt Vertrauen dabei? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich ZEN-MRI. Die Abkürzung steht für „Ulmer Zentrum zur Erforschung und Evaluation der Mensch-Roboter-Interaktion im öffentlichen Raum“ und ist ein gemeinsames Projekt der Universität Ulm, der ADLATUS Robotics GmbH, der Hochschule der Medien Stuttgart, dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und der Stadt Ulm. Die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hierfür: 3,6 Millionen Euro. Testweise sind dabei unter anderem verschiedene Reinigungs- und Lieferroboter in der Ulmer Innenstadt unterwegs. Forschende beobachten und analysieren, wie Passantinnen und Passanten auf die Maschinen reagieren und wie sie mit ihnen interagieren. Die Ergebnisse werden in die weitere Entwicklung der Roboter einbezogen.

Einsatzmöglichkeiten von Robotern: Akzeptanz im Fokus

Für den Projektpartner Fraunhofer IAO ist das Thema kein Neuland, denn bereits seit einigen Jahren beschäftigt sich das Institut mit der sogenannten „Positiven Service-Robotik“ – so unter anderem in der Studie „Service-Roboter im Kundenkontakt”, in der es um Einsatzfelder, Entlastungspotenziale und Erlebnisfaktoren in der Mensch-Roboter-Interaktion geht. Folgende fünf Tätigkeiten, so die Forschenden, könnten die Roboter dabei bereits heute übernehmen:

 

  • Kunden in Empfang nehmen und als erster Kontaktpunkt Fragen und Anliegen bearbeiten oder an Mitarbeitende weitergeben  
  • Informationen zielgerichtet bereitstellen, beispielsweise über eine Sprachausgabe oder ein integriertes Display
  • Kunden zu einem bestimmten Ort oder einer Person begleiten – auch in unübersichtlichen Gebäuden
  • Dinge holen und bringen und somit Mitarbeitenden zeitraubende Wegstrecken abnehmen
  • Kunden unterhalten – zum Beispiel durch kleine Spiele, die lange Wartezeiten verkürzen

Doch, da sind sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einig: Rein technische Fähigkeiten sind nicht genug. Zusätzlich zu ethischen und gesellschaftlichen Fragestellungen (Wie erfasst der Roboter persönliche Daten? Welchen Einfluss hat er auf das Kaufverhalten? Wie wollen wir in Zukunft überhaupt arbeiten?) ist das Thema Akzeptanz entscheidend. Um diese bei Mitarbeitenden und Kunden zu erreichen, sei ein möglichst angenehmer und gewinnbringender – also positiver – Einsatz der Roboter wichtig. Nur so könnten Menschen Hand in Hand mit Maschinen arbeiten, Roboter gerne und intuitiv nutzen – und gemeinsam den besten Service möglich machen.
 

Einsatz von Robotern im Geschäft

Im vergangenen Mai verkündete der Versandhändler Otto, in seinen Logistikzentren künftig autonom arbeitende Roboter zur Auswahl, Zusammenstellung und Verpackung einzelner Waren einzusetzen. Durch KI sollen diese lernfähig sein. Auch Service-Roboter wurden in den vergangenen Jahren im Einzelhandel vielfach getestet, unter anderem in Filialen von Edeka, Saturn oder Toom.

 

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